SCHEIN UND SEIN

DIE FIGUR ZWISCHEN DEN WELTEN

Der VDP, die UNIMA Deutschland und das Theater der Nacht laden ein zur

10. Deutschen Figurentheaterkonferenz 2026

Schein und Sein – Die Figur zwischen den Welten

vom 14. bis 23. August 2026 in Northeim.

Die Konferenz versteht sich als Forum für künstlerische Praxis, Austausch und Forschung im Figurentheater. Im Zentrum stehen intensive Workshops, ergänzt durch ein Symposium, Aufführungen, Künstler*innengespräche und Arbeitsformate. Über zehn Tage hinweg eröffnet die Konferenz Räume für gemeinsames Lernen, für ästhetische Erkundungen und für den fachlichen Dialog innerhalb der Szene.

Eingeladen sind international renommierte Workshopleiterinnen sowie Figurenspielerinnen, Künstlerinnen und Theatermacherinnen aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus.

Symposium vom 14.-16.8.2026

Im Symposium der 10. Deutschen Figurentheaterkonferenz widmen wir uns der Figur als Grenzgängerin zwischen Materiellem und Imaginärem, zwischen Sichtbarkeit und Projektion, Körper und Bedeutung. Internationale Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen beleuchten, wie Figuren Welten erschaffen, verschieben und befragen – ästhetisch, philosophisch und gesellschaftlich. Das Symposium lädt ein zum Austausch zwischen Praxis und Theorie und eröffnet neue Perspektiven auf das Figurentheater als Kunstform zwischen den Welten.

Mit Beiträgen von Michaela Bartonova (Prag), Stefan Wunsch (Aachen), Sylvia Deinert (Hamburg) und Robert Pfaller (Linz).
Moderation: Mareike Gaubitz.

Die diesjährige Moderator*in Mareike Gaubitz ist seit Oktober 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leiterin des Dokumentations- und Forschungszentrums von Fidena, dem deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V. in Bochum. Sie bekleidet außerdem einen Lehrauftrag mit Fokus auf die Methodik, Theorie, neue Diskurse und Geschichte des Figurentheaters an der Ruhr-Universität Bochum. Als freie Projektkoordinatorin und Moderatorin gestaltet sie Symposien, Konferenzen, Gesprächs- und Forschungsformate mit.

Gastredner*in Michaela Bartonova, in Prag geboren, bildende Künstlerin, Grafik und Figuren Designerin, ausgebildet in Journalistik und Werbemanagement an der Karlsuniversität in Prag. Sie zeichnet, malt und spielt Theater. 

Ihre Arbeiten sind ein Crossover von Zeichnungen, Gemälden, Grafiken, digitalen Zeichnungen, Bühnenbild, Figuren und Storytelling.

Sie ist Gründerin, Leiterin und Spielerin des Theaters Tineola.

Gastredner*in Stephan Wunsch, studierte Philosophie und Literaturwissenschaft und gründete die freie Bühne Theater Rosenfisch und begann zugleich, seine Fähigkeiten in der Figurengestaltung auszubauen. Auch seine Fähigkeiten als Musiker fließen in die Inszenierungen ein. Er vertritt außerdem die Sache des Figurentheaters sowohl als Redakteur der Fachzeitschrift „Das andere Theater“ wie auch als Vortragsredner auf verschiedenen Veranstaltungen.
Seit 2025 vertritt er den VDP in der Mitgliederversammlung des Fonds Darstellende Künste (Berlin).

Gastredner*in Sylvia Deinert und Tine Krieg haben das Fundus-Theater gegründet als freies Autorinnen-Theater.

Seit 1980 entführt das FUNDUS THEATER sein Publikum in ein Paradies der Zeichen, dorthin, wo Bild und Sprache, Geste und Material, Tanzfigur und Geräusch gleichberechtigt nebeneinander stehen. 2003 ist aus dieser Tradition das Forschungstheater als szenisches Labor entstanden, das ganz der Forschung zwischen Kindheit, Kunst und Wissenschaft gewidmet ist.

Von Anfang an war das FUNDUS THEATER innovativ: 1984 legte es das erste präventive Stück zum Thema sexueller Missbrauch vor. Das auf dem Stück »Das Familienalbum« basierende Bilderbuch wurde vielfach übersetzt und erschien unter anderem in China und Korea.

2016 erhielt das FUNDUS THEATER den Theaterpreis des Bundes. 2023 wurde das FT mit dem Perspektivpreis der Länder – Deutscher Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet.

Gastredner*in Prof. Robert Pfaller, Professor für Philosophie und Kulturtheorie an der Kunstuniversität und Industriedesign in Linz, Österreich.

Gründungsmitglied der Wiener Psychoanalyse-Forschungsgruppe „stuzzicadenti“. 2007 wurde er mit dem „Missing Link“-Preis des Psychoanalytischen Seminars Zürich geehrt für die Verbindung der Psychoanalyse mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen in seinem Buch „Die Illusionen der anderen.

Workshops vom 17.8.- 23.8.2026

Die Workshops bilden – neben Symposium und Aufführungen – einen zentralen Kern der 10. Deutschen Figurentheaterkonferenz. Sie sind als intensive Arbeitsräume gedacht, in denen künstlerische Praxis, handwerkliche Forschung und kollektives Lernen im Mittelpunkt stehen. Internationale Künstlerinnen und Pädagoginnen geben Einblick in ihre Arbeitsweisen und eröffnen konkrete Zugänge zu unterschiedlichen Traditionen, Techniken und zeitgenössischen Formen des Figurentheaters.

Das Spektrum reicht vom zeitgenössischen Schattentheater über Wayang, Objekt- und Figurenentwicklung bis hin zum Training mit großformatigen, gemeinsam geführten Papierpuppen. Die Workshops laden dazu ein, Spielweisen zu vertiefen, neue Perspektiven auf Figur, Material und Bewegung zu gewinnen und den fachlichen Austausch innerhalb der Szene zu stärken.

Workshops mit Fabrizio Montecchi (Italien), Kathy Foley (USA), Tristan Vogt (Deutschland), Jürgen Maaßen (Deutschland) und Svein Gundersen (Norwegen).

Ausführliche Beschreibungen der einzelnen Workshops sowie Informationen zu Zeiten, Preisen und Anmeldung folgen in Kürze.

Das Alphabet des Schattenspiels

Leitung: Fabrizio Montecchi, Italien

Kurssprache: Englisch, Italienisch

Fabrizio Montecchi nimmt uns mit auf eine kurze Reise in die Welt des zeitgenössischen Schattentheaters und zeigt uns dessen außergewöhnliche theatralische Möglichkeiten. Eine Reise in eine Welt, in der der Schatten die Bühne mit Licht, Objekten und Darstellern teilt, mit Musik und Worten in Dialog tritt und die Herzen und den Geist des heutigen Publikums öffnet. Ein Theater, das aufgrund seines interdisziplinären Charakters fester Bestandteil der modernen Bühnenlandschaft ist.

Fabrizio Montecchi ist Regisseur und Bühnenbildner des Schattentheaters. Seit 1985 hat er für Theater und Ensembles weltweit rund 70 Schattenspiele inszeniert, die mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Seit über dreißig Jahren hält er – stets auf internationalem Niveau – Konferenzen und Workshops zum zeitgenössischen Schattentheater an Universitäten, Akademien und Theaterinstitutionen.

Wayang – indonesisches Puppenspiel

Leitung: Kathy Foley, USA

Kurssprache: Englisch

Wayang bietet als Schriftrollenspiel, Schattentheater, Stabpuppenspiel oder Tanzdrama den Puppenspieler*innen anpassungsfähige Ideen zu Dramaturgie, Manipulationstechniken, Bewegungsprinzipien der Puppen, Stimmführung und Charaktertypen, die es einem Solokünstler ermöglichen, den Kosmos zu verkörpern. Willkommen in der Welt des Wayang, wo das Puppenspiel die Urkunst ist, der das menschliche Theater zu folgen versucht und deren rituelle und mythische Dimensionen es zu erfassen sucht.

Kathy Foley ist vielfach ausgezeichnete Forschungs-Professorin für Performance/Spiel/Design (Theaterkunst) an der UCSC und ehemalige Präsidentin der UNIMA-USA. Sie ist ehemalige Herausgeberin des Asian Theatre Journal und eine der ersten nicht-indonesischen Dalang, die beim Indonesia National Wayang Festival auftrat. Sie wurde von Fulbright, dem Asian Cultural Council, dem Institute of Sacred Music/Yale und dem East-West Center Grants unterstützt.

Was Sachen so machen – Objekttheater-Workshop

Leitung: Tristan Vogt, Deutschland

Kurssprache: Deutsch

Mit einfachen Spielübungen werden wir in diesem Workshop die Zauberwelt
der Dinge erforschen: Was »fühlt« ein Objekt, was ist sein Problem, wovon
träumt es? Wie können wir im Theater die Dinge »beseelen« und kleine Ge-
schichten enstehen lassen?
Indem wir versuchen, den Standort der Dinge und ihre Perspektive ein-
zunehmen, bringen wir uns in die Lage, die Welt, die wir zu kennen meinen,
als eine unbekannte zu entdecken. (Hansjürgen Bulkowski, Liebe zur Sache)

Tristan Vogt gehört zu den Vertretern eines Theaters für Kinder, das mit
»kleinen« Mitteln große Kunst nicht nur behauptet. Sein präziser Minima-
lismus, wie zum Beispiel in »Was Sachen so machen« oder »Daheim in der
Welt« berührt nicht zuletzt durch die Wertschätzung, die jeder seiner Gesten
mit und zu den schlichten Objekten der unprätentiösen Szenarios innewohnt.
Ein Theater als Gegenentwurf zu jeglicher Beeindruckungsästhetik und dra-
matischen Überwältigung – und doch gerade auf diese Weise tiefen Eindruck
hinterlassend, das Unscheinbare zum Leuchten bringend, ästhetisch wie in-
haltlich

Auf der Suche nach Figurencharakteren – Grundlagen der Formfindung

Leitung: Jürgen Maaßen, Deutschland

Kurssprache: Deutsch

Zeichnerische und plastische Übungen in Ton und anderen formbaren Massen
unter besonderer Berücksichtigung plastischer Grundsätze.

Jürgen Maaßen ist seit nunmehr 50 Jahren Figurenbauer, Szenograf und
Ausstatter. In seinen Kursen vermittelt er Kenntnisse zum Entwerfen, Schnit-
zen und Gestalten von Theaterfiguren.

Training mit großen Papierpuppen

Leitung: Svein Gundersen, Norwegen

Kurssprache: Englisch

In diesem Workshop arbeiten wir mit einfachen, großen Papierpuppen (ca.
1,50 m). Jede Puppe wird von drei Puppenspieler:innen geführt, – eine Art
Bunraku-Stil.
Svein hat den Umgang mit diesen Puppen im Handspring-Puppentheater
gelernt und in der Ausbildung von Puppenspieler:innen und Theaterstu-
dent:innen eingesetzt. Die Arbeit bietet hervorragende Übungsmöglichkeiten
für Kooperation, Aufmerksamkeit und Improvisation.

Svein Gunderson arbeitet seit vielen Jahren als Regisseur und Dramatiker
und war auch als Schauspieler und Bühnenbildner tätig. Er war in die Arbeit
der UNIMA eingebunden, sowohl in UNIMA Norwegen als auch in UNIMA
International. Svein Gundersen ist stellvertretender künstlerischer Leiter des
Theaters Kulturproduksjoner, Mitglied des Norwegischen Schriftstellerver-
bandes und Professor Emeritus an der Oslo Metropolitan University

Weitere Informationen

Kosten

Teilnahmegebühr Symposium:

80 € inkl. Wasser, Kaffee/Tee/Kuchen und ein
Mittagessen am Sa. 15.8.2026

Die Teilnahme an der Workshopwoche kostet 450 € für Mitglieder des VDP
oder der UNIMA, 500 € für Nicht-Mitglieder. Bei Buchung bis zum 31.5.2026
gibt es ein Frühbucherrabatt von 50 € auf die Kursgebühr. Student:innen und
Schüler:innen können bei der UNIMA ein Stipendium für die Konferenz erhalten.

 

In der Kursgebühr ist enthalten:
• Eintrittspreis für die Abendvorstellung am So. 16.8.2026
• Besuch eines Workshops
• Besuch des »Meet the Master«
• Präsentation der Workshopergebnisse bei der »Nacht der Puppen«
• Mittag- und Abendessen

Veranstalter + Veranstaltungsort

Theater der Nacht, Northeim in Kooperation
mit der UNIMA Deutschland und dem VDP

Weitere Informationen gibt es auf:
www.unima.de/figurentheaterkonferenz
www.vdp-ev.de

UNIMA-Geschäftsstelle: c/o Theater der Nacht, Obere Straße 1, 37154 Northeim
Telefon 05551-9080779
buero@unima.de
UNIMA-Konto: IBAN: DE64 5226 0385 0004 7399 90 BIC: GENODEF1ESW